Wetterau-Museum in Friedberg

Römische Provinz: Germania Superior

Das Wetterau-Museum besitzt eine sehenswerte Römerausstellung, in der die Funde aus dem Kastell Friedberg und aus der Region des Wetterau-Limes zu sehen sind.

Eine Altertums-Sammlung mit Römerfunden und das Archiv des Friedberger Geschichtsvereins wurden 1913 am heutigen Standort zum Wetterau-Museum zusammengefasst. Hier werden Exponate zur Geschichte und dem Leben der Menschen in der Wetterau von der Vorgeschichte über die Römerzeit und das Mittelalter bis zur Neuzeit präsentiert.

Die Schwerpunkte bilden dabei die 1994 neu konzipierte römische Abteilung im Erdgeschoss, die 2002 neu gestaltete Keltenabteilung und die Ausstellung „Von der Sichel zur Dreschmaschine“. Die alamannischen und fränkischen Fundstücke aus dem Mittelalter, der Nachbau eines Kolonialwarenladens aus der Zeit um 1900 und eine Ausstellung zur Militärzeit von Elvis Presley in Friedberg vervollständigen die Ausstellung.

Die Funde in der Römerausstellung stammen größtenteils aus dem Kastell und den Vicus von Friedberg, aber auch von Gutshöfen, Limeskastellen und der Gegend des Wetterau- Limes.

In Friedberg wurde bereits zwischen 14 und 16 n. Chr. auf dem heutigen Burgberg ein erstes Kastell als Stützpunkt für die Germanenfeldzüge des Feldherren Germanicus errichtet. Mit dem Ausbau des Limes in der Wetterau zwischen 83 und 85 n. Chr. wurde Friedberg Standort einer zentralen und am gesamten Wetterau-Limes einsetzbaren Spezialtruppe (Cohors I Flavia Damascenorum Milliaria Equitata Sagittariorum) und hatte daher bis zum Limesfall um 260 n. Chr. Bestand.

Durch die Lage an einer wichtigen Handelsstraße im Zentrum der Wetterau bekam das südlich des Kastells gelegene Lagerdorf große Bedeutung. Hier wurden vor allem Töpferwaren und Ziegel hergestellt. Eine Benefiziarierstation kontrollierte und verwaltete die Handelsstraße.

In der römischen Abteilung des Wetterau-Museum werden sowohl das militärische als auch das zivile Leben der Menschen in der Wetterau, am Limes und in Friedberg beleuchtet. Eines der Ausstellungs-Highlights ist dabei ein Münzschatz aus dem Kastell Ober-Florstadt. Die insgesamt 1136 römischen Denare sind einer der größten Funde römischer Münzen nördlich der Alpen und entsprachen etwa dem jährlichen Sold von 5 Soldaten. Auch ein Frauengrab aus Wohnbach und das Mithrasheiligtum aus Friedberg gehören zu den sehenswerten Exponaten.

Außerdem werden anhand der Funde (z.B. Tongefäße, Glaswaren, Terra Sigillata, Weihesteine, Götterstatuen, Vermessungswerkzeuge oder Militärausrüstung) die Themenbereiche Handel und Handwerk, Schreiben und Lesen, Römische Küche, Soldatenleben am Limes oder Römische Gutshöfe veranschaulicht.

In Friedberg sind außerdem noch Reste des Römerbades erhalten, das evtl. zum Haus des Lagerkommandanten gehörte. Die Ruine liegt im Keller des Burggymnasiums und ist von außen einsehbar.

Das Wetterau-Museum ist das zentrale Landesinformationszentrum für die Wetterau und ist gegen Eintritt täglich außer montags geöffnet.

Lage: Wetterau-Museum, Haagstraße 16, 61169 Friedberg (Hessen)

Link: www.wetterau-museum.de