Die Reste der Wasserleitung, die das römische Sumelocenna mit Wasser versorgte, sind heute noch in Teilen recht gut erhalten. Mit über 7 Kilometern Länge ist es heute das längste gemauerte römische Aquädukt rechts des Rheins.
Die Wasserleitung, die frühestens um etwa 100 n. Chr. oder vielleicht sogar erst Anfang des 3. Jahrhunderts n. Chr. erbaut wurde, versorgte die römische Siedlung Sumelocenna mit Trinkwasser. Hierzu wurde eine 7,16 Kilometer lange Wasserleitung erbaut, die das Wasser aus den Quellen im Rommelstal in einem Aquädukt bis in ein Sammelbecken westlich der Stadt leitete. Von dort aus wurde es über Rohre an die öffentlichen Brunnen, Bäder und auch auf einige Privathaushalte verteilt.
Das gemauerte Aquädukt, das zwischen 1911 und 1912 archäologisch untersucht, teilweise freigelegt und anschließend konserviert wurde, war etwa 1,7 Meter breit und besaß eine etwa 30 Zentimeter breite und 50 Zentimeter hohe Wasserrinne, die mit wasserdichtem Ziegelbeton ausgekleidet war. Nach oben war der Kanal größtenteils offen und wurde nur an steilen Hängen abgedeckt oder verlief unterirdisch. Obwohl das Gefälle mit nur 0,33 Prozent eher gering war, flossen durch die Leitung dennoch zwischen 75 und 100 Liter Wasser pro Sekunde.
In der Nähe von bei Obernau wurde eine der insgesamt 21 aufgedeckten Stellen des Leitungskanals mit einem Schutzbau überdacht und ist heute jederzeit frei zugänglich. Man erreicht diesen vom Wanderparkplatz Rommelstraße nach etwa 700 Metern auf einem etwa 10-minütigen Spaziergang. Die Wasserleitung in Obernau gehört zur Teilstrecke Neckar-Alb der „Römerstraße Neckar-Alb-Aare“.
Lage: Römische Wasserleitung Obernau, Wanderparkplatz Rommelstalstraße 46, 72108 Rottenburg-Obernau