Die rund 35 Meter hohe Trajanssäule ist für die Altertumsforschung ein wahrer Glücksfall: sie erzählt in Tausenden von Bildern nicht nur von den militärischen Erfolgen während der beiden Dakerfeldzüge von Kaiser Trajan, sie gibt auch einen guten Überblick über Architektur und Bauweise römischer Kastelle und Brücken und die militärische Ausrüstung der Legionen Roms.
Die heute noch fast im Originalzustand erhaltene Trajanssäule misst vom Sockel bis zur Säulenspitze rund 35 Meter und wurde, laut Inschrift auf dem Piedestal, vom Senat und Volk von Rom aufgestellt „um zu zeigen, wie hoch der Hügel und das Gelände war, das für diese umfangreichen Baumaßnahmen entfernt wurde“. Sie stand zwischen den beiden Bibliotheksteilen des Trajansforum und war bei ihrer Einweihung 113 n. Chr. das letzte der dort aufgestellten Bauwerke.
Die Säule beeindruckt vor allem durch ihr etwa 60-75 cm hohes, 200 Meter langes und in 23 Windungen spiralförmig um die Säule laufende Fries, das aus in den Stein gemeißelten Reliefs mit insgesamt über 2500 Personen in 155 Szenen besteht. Die Säule wurde durch eine vergoldete Statue des Kaisers gekrönt, in ihrem Sockel wurde im Jahr 117 n. Chr. die Urne mit der Asche von Trajan beigesetzt. Im Inneren lag eine Wendeltreppe mit 185 Stufen, über die man bis auf die Plattform hinaufgelangte, von wo aus sich ein guter Blick über das Forum bot.
Die vermutlich einst farblich gestaltete Säule zu Ehren des Kaisers ist ein wahres Manifest seiner Triumphe. Auf ihr wurden seine Siege und Erfolge während der Dakerfeldzüge der Jahre 101/102 und 105/106 n. Chr. verewigt, mit denen er die Donaugrenze des römischen Reiches für viele Jahrzehnte sichern und dem römischen Reich die neue römische Provinz Dacia einverleiben konnte.
In diesem wie ein aus Bildern bestehenden Kriegstagebuch sind viele Schlüsselszenen der Feldzüge erkennbar: die Schlacht bei Tapae, der Bau der Donaubrücke nahe des heutigen rumänischen Dobreta, die Eroberung der dakischen Hauptstadt Sarmizegetusa Regia, der Selbstmord des Daker-Königs Decebalus angesichts der verlorenen Schlacht und der Abtransport der dakischen Gefangenen nach Rom. Dazwischen sind Kampfszenen mit römischen Bogenschützen und Panzerreitern, niedergebrannte Dörfer, Opferrituale und Siegesfeiern, aber auch die dakische Flora und Fauna und römische Soldaten bei der Ernte dargestellt. Der Kaiser selbst ist fast 60 Mal zu sehen.
Die Reliefs wurden von der Luftverschmutzung bereits stark in Mitleidenschaft gezogen und weisen bereits deutliche Verwitterungsspuren auf. Glücklicherweise gibt es von der Säule heute zahlreiche und noch deutlich besser erhaltene Gipsabgüsse aus dem 19. Jahrhundert, die heute im Museo della Cività Romana, aber auch in verschiedenen internationalen Ausstellungen zu sehen sind. Die heute auf der Spitze thronende Figur stellt den Apostel Petrus dar und stammt aus dem 16. Jahrhundert.
Die Trajanssäule ist Teil der Area archeologica dei Fori Imperiali und kann täglich gegen Eintrittsgebühr besichtigt werden (Kombiticket mit Palatin und Forum Romanum). Da allerdings die Wendeltreppe im Inneren nicht für Besucher zugänglich ist, kann man die Säule auch genauso gut von außerhalb des Ausgrabungsgeländes besichtigen.
Lage: Colonna Traiana, Piazza Foro Traiano, 00187 Roma
Link: www.turismoroma.it/de/places/die-trajanss%C3%A4ule